So bewerten Nachfolgeinteressenten Ihre Praxis – das sind die Kennzahlen

Im Internet gibt es bereits eine Vielzahl von Beiträgen zum Thema Praxisbewertung, die sehr viele „interessante“ Methoden aufzeigen und deren Herangehensweise erklären. Dem Team von mein-praxisverkauf.de gehören ausschließlich erfahrene Transaktionsexperten namhafter Ärztenetzwerke an.  Es ist schlimm, beobachten zu müssen, dass selbst ernannte Experten – teilweise mit akademischen Doktortitel –  eine hohe Vergütung, sogenannte Maklerprovision, für die Einschätzung eines Praxiswerts und deren Vermarktung verlangen.

Diese oftmals als „objektiv“ überteuerten Bewertungsgutachten, beispielsweise zum Substanzwert, finden käuferseitig jedoch keine Beachtung und sind entkoppelt vom tatsächlichen Verkaufspreis. Von daher möchten wir Ihnen im Folgenden darstellen, welche Bewertungsmethoden tatsächlich Anwendung finden.

1. Bewertungsrelevante Parameter Ihrer Praxis

Nachfolgeinteressenten analysieren die historische Profitabilitätsentwicklung Ihrer Praxis eher sie sich auf eine Bewertung festlegen. Wesentliche Profitabilitätstreiber sind in der Betriebswirtschaft vor allem die Umsatzentwicklung aus Patientenbehandlungen und die Kostenentwicklung der Praxis. Vor diesem Hintergrund schauen Nachfolgeinteressenten ganz genau hin, wie sich die Umsätze Ihrer Praxis in den letzten Jahren tendenziell entwickelt haben. Gibt es ein Umsatzwachstum? Aus welchen Behandlungsarten beziehungsweise von welchen Behandlern wird dieses getrieben? Wie lässt sich die Praxisentwicklung in Kontext mit der hiesigen Demografie begründen? Dabei gilt, dass langfristig bewiesenes nachhaltiges Umsatzwachstum zu einer besseren Bewertung führt als ein entgegengesetzter historischer Umsatzrückgang.

2. Viele Wege führen nach Rom – Praxisrelevante Bewertungsverfahren im Überblick

Discounted Cash Flow Methode

Nachfolgeinteressenten, insbesondere Krankenhäuser und Arztnetzwerke, bewerten Ihre Praxis auf Basis erwarteter zukünftiger Zahlungs-zu und –abflüsse, die unter vereinfachten Annahmen aus der historischen Profitabilitätsentwicklung der Praxis übergeleitet und fortgeschrieben werden. Mithilfe von durch die Historie belastbare Annahmen entstehen so Profitabilitäts-Szenarien über einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren. Neben der reinen Profitabilitäts-Entwicklungfließen weitere Faktoren, wie der Kapitalbedarf aus Investitionen, Vorfinanzierungsbedarfe für KV-Forderungen mit ein. Die sich in Summe ergebenen Zahlungsströme werden diskontiert, um den Zeitwert der zukünftig zu erwarteten Zahlungsflüsse per heute zu ermitteln.

In der sich daraus errechnenden Praxisbewertung würdigen Nachfolgeinteressenten ihre Erkenntnisse aus der Analyse zur Umsatz- und Kostenstruktur sowie Investitionsbedarf und Wachstums-Aussichten.

Multiplikatorenverfahren

Alternativ findet das Multiplikatorverfahren Anwendung. Auf Basis der historischen Profitabilitäts-Entwicklung Ihrer Praxis wird ein Referenzjahr als Bewertungsgröße definiert. In der Regel handelt es sich dabei um das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr. Unter Berücksichtigung von Verkäufergehälternwird ein Referenzwert für eine Profitabilitätsgröße definiert. Verkaufsgehälter werden nicht in den Personalkosten der Praxis berücksichtigt solange es keine MVZ GmbH besteht und die Gehälter tatsächlich ausgezahlt sind. Typischerweise ist dies das Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Finanzierungskosten(„EBITDA“) oder das Ergebnis vor Steuern und Finanzierungskosten („EBIT“) der Praxis. Dieses wird mit einem Faktor multipliziert, welcher erfahrungsgemäß zwischen vier bis sechs liegt. Die Höhe des Faktors variiert in Abhängigkeit der Praxisgröße, der Fachrichtung, des Umsatz- und Behandlungswachstums. Der Kapitalbedarf, also wie viele Geräte ausgetauscht oder neuinstalliert und welche Baumaßnahmen finanziert werden müssen, und der potenzielle Wettbewerb einer Fachrichtung spielt ebenfalls eine große Rolle.

3. Steuerliche Transaktionsstruktur

Neben den gewählten Bewertungsverfahren kann die gewählte steuerliche Transaktionsstruktur zu deutlichen Netto-Kaufpreiserhöhungen – Zufluss nach Steuern – führen. Der Gestaltungsspielraum hängt aber von qualitativen Parametern ab, beispielsweise wie lange der Verkaufsinteressent beabsichtigt, dem zu gründenden MVZ nach Verkauf erhalten zu bleiben.

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Thorsten Landsmann

Transaktionsberater

Daniel Hagenah

Transaktionsberater

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